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Acne inversa (Hidradenitis suppurativa, rezidivierende Schweißdrüsenabszesse, Pyodermia fistulans sinifica)

Wir haben uns in der Universitäts-Hautklinik Hamburg-Eppendorf über Jahrzehnte intensiv mit diesem Krankheitsbild beschäftigt und sind zu folgender Behandlungsstrategie gekommen.

  1. Die Acne inversa (Synonyme: Hidradenitis suppurativa, rezidivierende Schweißdrüsenabszesse, Pyodermia fistulans sinifica) ist eine chronisch verlaufende Erkrankung, die insbesondere in den Achselhöhlen, in den Leisten, in der Gesäßfalte und unter Brüsten auftreten kann.
  2. Die Krankheit ist offensichtlich vergesellschaftet mit dem Zigaretten rauchen. In einer Doktorarbeit, die wir diesbezüglich durchgeführt haben, zeigte sich, dass fast 100 % der Betroffenen mit dieser Erkrankung starke Raucher waren. Daraus ergibt sich die Folgerung:
  3. Striktes Rauchverbot, um den Fortgang der Erkrankung zu verhindern.
  4. Empfehlung: Zusätzlich Reduktion von eventuellem Übergewicht, um das Aneinanderliegen von Hautfalten zu verhindern..
  5. Einsatz des Medikamentes DADPS: Diaminodiphenylsulfon. Unter diesem Medikament kommt es meist zu einer guten Abheilung der entzündlichen Hautveränderungen. Die Befundbesserung hält allerdings nur solange an, wie das Medikament eingenommen wird. Nebenwirkungen dieses Medikamentes sind insbesondere die Methämoglobinämie, d. h. der rote Blutfarbstoff des Blutes reduziert seine Fähigkeit zur Sauerstoffbindung. Normalerweise ist das ungefährlich, bei starken Rauchern, bei denen der gleiche Effekt durch das Kohlenmonoxyd des Rauchens  entsteht, kann es jedoch Probleme bereiten. Auch daher gilt als Devise striktes Rauchverbot.
  6. Die Therapie mit DADPS wird über ca. 6 Monate durchgeführt. Üblicherweise heilen darunter die entzündlichen Hautveränderungen ab, so dass man dann zur operativen Entfernung der restlichen Befunde schreiten kann. Leider heilt DADPS die Erkrankung nicht aus, so dass in der Regel eine operative Entfernung der übrig gebliebenen Knoten nötig ist.
  7. Die Operation wird in der Regel in Tumeszenzanästhesie durchgeführt, nur bei großen Befunden wählen wir die Vollnarkose.
  8. Bei der Operation werden die Areale mit den Fistelgängen und Knoten herausgeschnitten und, falls es auf Grund der Ausdehnung möglich ist, werden die Wunden wieder primär verschlossen, d. h. zusammengenäht. Nur bei großen Wunden muß ein Wundverschluß durch  Hauttransplantation oder eine sekundäre Wundheilung erfolgen, d. h. die Wunden heilen von der Seite zu.
  9. Zusammenfassend kann man folgendes sagen:
    1. Die Ursachen dieser Erkrankung sind leider unbekannt.
    2. Rauchen spielt offensichtlich eine entscheidende Rolle, so dass striktes Rauchverbot gilt.
    3. Es ist anzustreben, nach einer medikamentösen Ruhigstellung der Erkrankung eine operative Sanierung durchzuführen, um einen langfristigen Behandlungserfolg zu erzielen.

Wenn sich die Patienten an die o. g. Maßnahmen halten und man das Krankheitsbild auch ganzheitlich betrachtet, dann kann man mit diesem Behandlungskonzept sehr gute Erfolge erzielt.